{"id":247,"date":"2023-06-02T04:16:46","date_gmt":"2023-06-02T04:16:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.betreuungsverein-birkenfeld.de\/?p=247"},"modified":"2023-06-02T04:17:42","modified_gmt":"2023-06-02T04:17:42","slug":"newsletter-2-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.betreuungsverein-birkenfeld.de\/?p=247","title":{"rendered":"Newsletter 02\/2023"},"content":{"rendered":"\n<p><a><\/a>Liebe ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer,<\/p>\n\n\n\n<p>vermutlich fast so schnell wie Sie mussten sich schon unsere Gerichte mit dem neuen Betreuungsrecht auseinandersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Konkret musste das Amtsgericht Frankfurt am Main bereits am 15.01.2023 entscheiden, ob es notwendig ist, eine gesetzliche Betreuung im Eilverfahren einzurichten, oder ob das neu eingef\u00fchrte Ehegattennotvertretungsrecht eingreift. Zu diesem Zeitpunkt galt das Ehegattennotvertretungsrecht gerade mal 15 Tage. Daran l\u00e4sst sich sch\u00f6n erkennen, wie viel Staub die neuen gesetzlichen Bestimmungen aufwirbeln: Erst 15 Tage auf der Welt \u2013 und schon gibt es Streit!<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Trost ist, dass alle Beteiligten sich gerade in der neuen Situation zurechtfinden m\u00fcssen. Den Berufsbetreuerinnen und Berufsbetreuern geht es nicht anders als Ihnen, wenn Sie ehrenamtlich eine Betreuung f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Christoph \u00dcbersch\u00e4r<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aktuelle Rechtsprechung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h1><a><\/a><a><\/a><a><\/a><a><\/a><a><\/a><a><\/a><a><\/a><a>Das Ehegattennotvertretungsrecht hat in diesem Fall Vorrang<\/a><\/h1>\n\n\n\n<p><strong>Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat entschieden, dass das Verfahren auf Bestellung einer Betreuerin oder eines Betreuers im Wege einer einstweiligen Anordnung, also im Eilverfahren, einzustellen ist. In der fraglichen Situation ging das Ehegattennotvertretungsrecht gem\u00e4\u00df&nbsp;\u00a7 1358 B\u00fcrgerliches Gesetzbuch (BGB) vor und machte eine Betreuerbestellung im Eilverfahren deshalb \u00fcberfl\u00fcssig.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Amtsgericht Frankfurt am Main, Beschluss vom 15.01.2023, Az. 43 XVII 178\/23<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das ist passiert:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Arzt des Universit\u00e4tsklinikums Frankfurt am Main regte die Bestellung einer Betreuerin oder eines Betreuers f\u00fcr den Betroffenen im Wege einer einstweiligen Anordnung an. Der Betroffene war verheiratet. Das Klinikpersonal brachte au\u00dferdem vor, dass es eine \u201eSprachbarriere\u201c bef\u00fcrchtet, weil die Ehefrau nicht so gut Deutsch spr\u00e4che.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Darum geht es:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Amtsgericht Frankfurt am Main m\u00fcsste entscheiden, ob diese Betreuung im Eilverfahren angeordnet werden muss oder ob das Ehegattennotvertretungsrecht in diesem Fall eingreift.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Entscheidung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Amtsgericht hat das Verfahren eingestellt, denn in der vorliegenden Konstellation ging das gem\u00e4\u00df \u00a7&nbsp;1358 BGB eintretende Ehegattennotvertretungsrecht vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch das Ehegattennotvertretungsrecht entsteht eine (zeitlich befristete) gesetzliche Vertretungsmacht in Gesundheitsangelegenheiten. Ehegatten sollen danach f\u00fcreinander Entscheidungen \u00fcber medizinische Behandlungen, Untersuchungen usw. treffen und Behandlungsvertr\u00e4ge abschlie\u00dfen k\u00f6nnen, wenn ein Ehegatte aufgrund von Bewusstlosigkeit oder Krankheit seine Angelegenheiten nicht mehr erledigen kann. Das Betreuungsgericht muss in solchem Fall keine gerichtliche Entscheidung \u00fcber das Entstehen eines Vertretungsrechts feststellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesem Gesetz wollte der Gesetzgeber auch die Anzahl der gerichtlichen Verfahren auf Anordnung einstweiliger Anordnung bei verheirateten Ehegatten reduzieren. Diesem Motiv w\u00fcrde zuwidergehandelt, wenn nun doch regelhaft seitens der erstbehandelnden Krankenh\u00e4user Eilbetreuungen angeregt werden, obwohl Ehegatten bekannt und pr\u00e4sent sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar sind in \u00a7&nbsp;1358 Abs.&nbsp;3 BGB Ausnahmen zum Entstehen des Ehegattenvertretungsrechts vorgesehen. Solche liegen hier aber nicht vor und es ist zudem die Aufgabe des behandelnden Arztes oder der behandelnden \u00c4rztin zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob ein derartiger Ausnahmetatbestand gegeben ist. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber schlie\u00dflich vorgesehen, dass das Nichtvorliegen der Ausschlussgr\u00fcnde in Abs.&nbsp;3 seitens des vertretenden Ehegattens dem Arzt gegen\u00fcber versichert werden soll (\u00a7&nbsp;1358 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3b) BGB). Das Betreuungsgericht ist demnach auch nicht nach \u00a7&nbsp;26 Gesetz \u00fcber das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit verpflichtet, diese Ermittlungen f\u00fcr die \u00c4rztinnen und \u00c4rzte zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die von der Klinik hier zus\u00e4tzlich vorgebrachte \u201eSprachbarriere\u201c (so w\u00f6rtlich) der Ehefrau stellt schon von vornherein keinen Ausschlussgrund f\u00fcr das Eintreten des Vertretungsrechts dar. Eine wie auch immer geartete Eignungspr\u00fcfung des Ehegatten findet vor Eintritt des gesetzlichen Ehegattennotvertretungsrechts nicht statt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das bedeutet die Entscheidung f\u00fcr die Praxis:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bgb\/__1358.html\">\u00a7 1358 BGB<\/a> ist lang und kompliziert. Dem Paragrafen liegt folgende Struktur zugrunde:<\/p>\n\n\n\n<ul>\n<li>Abs. 1 und 2 der Norm regeln die Anwendungsf\u00e4lle.<\/li>\n\n\n\n<li>Abs. 3 befasst sich mit den Ausnahmef\u00e4llen, also den \u201eNichtanwendungsf\u00e4llen\u201c.<\/li>\n\n\n\n<li>Abs. 4 regelt die Verpflichtungen des behandelnden Arztes oder der \u00c4rztin<\/li>\n\n\n\n<li>Abs. 5 besagt, dass das Vertretungsrecht nicht mehr ausge\u00fcbt werden darf, wenn ein gesetzlicher Betreuer oder eine Betreuerin bestellt wurde, dessen\/deren Aufgabenkreis die in Abs. 1 Nummer 1 bis 4 bezeichneten Angelegenheiten umfasst.<\/li>\n\n\n\n<li>Abs. 6 f\u00fchrt aus, welche gesetzlichen Vorschriften, die f\u00fcr die F\u00fchrung einer Betreuung gelten, entsprechend angewendet werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Zur Unterst\u00fctzung des Kommunikationsprozesses zwischen vertretenden Ehegatten und behandelnden \u00c4rzten haben u. a. die Bundes\u00e4rztekammer und das Bundesjustizministerium einen <a href=\"https:\/\/www.bundesaerztekammer.de\/service\/muster-formulare\">entsprechenden Vordruck<\/a> mitsamt der nach \u00a7&nbsp;1358 Abs.&nbsp;4 BGB notwendigen Bescheinigung erstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ehegattennotvertretungsrecht ist sinnvoll, denn es dient dem B\u00fcrokratieabbau. Aber es ist inhaltlich nur auf gesundheitliche Fragen und auch zeitlich auf sechs Monate (\u00a7 1358 Abs. 3 Nr. 4 BGB) beschr\u00e4nkt. Deshalb ist es weiterhin notwendig und klug, eine Vorsorgevollmacht zu verfassen. Wir unterst\u00fctzen Sie gerne dabei.<\/p>\n\n\n\n<p><a>Quelle: Amtsgericht Frankfurt am Main, Beschluss vom 15.01.2023, Az. 43 XVII 178\/23<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Veranstaltungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a><a><\/a><a><\/a><a><\/a><a><strong>Grundkurs: Rechtliche Betreuung<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie eine rechtliche Betreuung \u00fcbernehmen oder schon etwas l\u00e4nger dabei sind, haben Sie vermutlich viele Fragen. In unserem Grundkurs werden diese beantwortet und Sie \u00fcbernehmen Ihr Ehrenamt bestens vorbereitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Grundkurs umfasst f\u00fcnf Module. Bei Teilnahme an mindestens vier Modulen erhalten Sie eine Teilnahmebescheinigung. S\u00e4mtliche Termine finden im <strong>Sitzungssaal der Kreisverwaltung Birkenfeld<\/strong>, Schneewiesenstra\u00dfe 25, 55765 Birkenfeld, statt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Modul 1: Kennenlernen, Grundbegriffe des Betreuungsrechts, Neuerungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Referent:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong>Andreas Helms, Dipl.-Sozialarbeiter (FH), Sozialtherapeut<br><strong>Termin:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong>Mittwoch, 21.06.2023, 18:00\u201320:00 Uhr<br><br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Modul 2: Aufgabenkreise, Betreuungsgericht, Betreuungsbeh\u00f6rde, Betreuungsvereine, Berufsbetreuerinnen und -betreuer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Referentin:<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Helga Steen-Helms, Dipl.-Sozialp\u00e4dagogin (FH), Juristin<br><strong>Termin: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong>Mittwoch, 28.06.2023, 18:00\u201320:00 Uhr<br><br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Modul 3: Ablauf des Betreuungsverfahrens<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Referent:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong>Karl-Heinz Bu\u00dfmann, Rechtspfleger am Amtsgericht Idar-Oberstein<br><strong>Termin:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong>Mittwoch, 05.07.2023, 18:00\u201320:00 Uhr<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Modul 4: Geistige und k\u00f6rperliche Behinderungen, psychische Erkrankungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Referent:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong>Dr. med. Martin Michael, Facharzt f\u00fcr Psychiatrie, Psychotherapie und \u00f6ffentliches<br><strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong>Gesundheitswesen<br><strong>Termin:<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mittwoch, 12.07.2023, 18:00\u201320:00 Uhr<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Modul 5: Genehmigungspflichten, die Rolle von Betreuerinnen und Betreuern, Hilfestellungen, Aufwandspauschale, Versicherung, Arbeitshilfen, Auswertung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Referent:<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Christoph \u00dcbersch\u00e4r, Dipl.-Heilp\u00e4dagoge (FH)<br><strong>Termin:<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mittwoch, 19.07.2023, 18:00\u201320:00 Uhr<\/p>\n\n\n\n<p>Bitte melden Sie sich zu der Veranstaltung unter Tel.: 06781 667421 oder per E-Mail unter <a href=\"mailto:betreuungsverein@awo-birkenfeld.de?subject=Anmeldung%20zum%20Vortrag\">betreuungsverein@awo-birkenfeld.de<\/a> an.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a><strong>Gesetzgebung<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<h1>Das neue Pflegeunterst\u00fctzungs- und -entlastungsgesetz:<br>Diese \u00c4nderungen kommen auf Sie zu<\/h1>\n\n\n\n<p><strong>Der Deutsche Bundestag hat den Gesetzentwurf am 26.05.2023 verabschiedet. Mit dem Pflegeunterst\u00fctzungs- und -entlastungsgesetz sind Leistungsverbesserungen f\u00fcr Pflegebed\u00fcrftige und deren Angeh\u00f6rige auf den Weg gebracht worden. Au\u00dferdem wird die finanzielle Lage der sozialen Pflegeversicherung stabilisiert, die Arbeitsbedingungen f\u00fcr beruflich Pflegende verbessert und die Digitalisierung in der Langzeitpflege gest\u00e4rkt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die wichtigsten finanziellen Neuerungen f\u00fcr Pflegebed\u00fcrftige und pflegende Angeh\u00f6rige<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ab dem 01.01.2024 gelten diese Besonderheiten f\u00fcr Pflegebed\u00fcrftige mit den Pflegegraden 4 und 5 bis zum Alter von 25&nbsp;Jahren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul>\n<li>Die Verhinderungspflege (erm\u00f6glicht bei Verhinderung der Pflegeperson eine h\u00e4usliche Pflege) kann anstatt bis zu sechs bereits <strong>bis zu acht Wochen<\/strong> im Kalenderjahr in Anspruch genommen werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Auch die h\u00e4lftige Fortzahlung eines zuvor bezogenen (anteiligen) Pflegegeldes w\u00e4hrend der Verhinderungspflege erfolgt anstatt f\u00fcr bis zu sechs bereits <strong>f\u00fcr bis zu acht Wochen<\/strong> im Kalenderjahr.<\/li>\n\n\n\n<li>Es k\u00f6nnen <strong>im Kalenderjahr<\/strong> bis zu 100&nbsp;Prozent \u2013 im Jahr 2024 also <strong>bis zu 1.774&nbsp;Euro<\/strong> \u2013 <strong>der Mittel der Kurzzeitpflege<\/strong> zugunsten der Verhinderungspflege <strong>umgewidmet<\/strong> werden, soweit die Mittel nicht bereits f\u00fcr Leistungen der Kurzzeitpflege verbraucht worden sind (der umgewidmete Betrag wird dabei auf den Leistungsbetrag der Kurzzeitpflege angerechnet, vermindert diesen also entsprechend) und<\/li>\n\n\n\n<li>die <strong>sechsmonatige Vorpflegezeit<\/strong> vor der erstmaligen Inanspruchnahme von Verhinderungspflege <strong>entf\u00e4llt<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Leistungszuschl\u00e4ge, die die Pflegeversicherung nach \u00a7&nbsp;43c SGB&nbsp;XI f\u00fcr Pflegebed\u00fcrftige ab dem Pflegegrad&nbsp;2 in vollstation\u00e4ren Pflegeeinrichtungen \u00fcbernimmt, werden erh\u00f6ht. Die H\u00f6he der monatlichen Zuschl\u00e4ge ist dabei abh\u00e4ngig von der Verweildauer der Pflegebed\u00fcrftigen in der vollstation\u00e4ren Pflege. Der regul\u00e4re <strong>Beitragssatz<\/strong> zur Pflegeversicherung wird zum 01.07.2023 <strong>moderat um 0,35 Prozentpunkte angehoben<\/strong>.<strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hinsichtlich der Leistungszuschl\u00e4ge und der genauen H\u00f6he der Beitr\u00e4ge k\u00f6nnen Sie sich unter diesem <a href=\"https:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/ministerium\/gesetze-und-verordnungen\/guv-20-lp\/pueg.html\">Link<\/a> informieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.Bundesjustizministerium.de\">www.Bundesjustizministerium.de<\/a>, 26.05.2023<\/p>\n\n\n\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie Sie Ihre pers\u00f6nliche Eignung nachweisen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nach \u00a7 21 Betreuungsorganisationsgesetz, das seit dem 01.01.2023 gilt, m\u00fcssen Sie Ihre pers\u00f6nliche Eignung und Zuverl\u00e4ssigkeit zum F\u00fchren einer ehrenamtlichen Betreuung nachweisen. Das ist nicht immer einfach, wenn man mit den T\u00fccken der Digitalisierung k\u00e4mpft.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zur Feststellung Ihrer pers\u00f6nlichen Eignung und Zuverl\u00e4ssigkeit m\u00fcssen Sie der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde ein F\u00fchrungszeugnis nach \u00a7 30 Abs. 5 Bundeszentralregistergesetz sowie eine Auskunft aus dem zentralen Schuldnerverzeichnis nach \u00a7 882b Zivilprozessordnung, die jeweils nicht \u00e4lter als drei Monate sein sollen, vorlegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders die Auskunft aus dem zentralen Schuldnerverzeichnis ist nicht einfach einzuholen. Um diese Auskunft zu erhalten, m\u00fcssen Sie sich auf dem zentralen <a href=\"https:\/\/www.vollstreckungsportal.de\/zponf\/allg\/registrierungAuskunft.jsf\">Vollstreckungsportal<\/a> registrieren. Dann bekommen Sie zun\u00e4chst eine PIN per Post, die Sie dann auf dem Portal eingeben. Erst dann erhalten Sie Ihre Auskunft.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr jede Betreuung, die Sie f\u00fchren, ben\u00f6tigen Sie jeweils eine gesonderte Auskunft. Wird eine bestehende Betreuung nach sieben Jahren verl\u00e4ngert, m\u00fcssen Sie die Auskunft nach dem zentralen Schuldnerverzeichnis nicht mehr beibringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie dem auch sei: Wir unterst\u00fctzen Sie in jedem Fall und beantworten Ihnen gerne Ihre Fragen, damit Sie Ihr anspruchsvolles Ehrenamt weiterhin engagiert aus\u00fcben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Veranstaltungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stammtisch f\u00fcr Betreuerinnen und Betreuer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Treffen Sie sich mit anderen Betreuungspersonen und Bevollm\u00e4chtigten sowie den Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern der Betreuungsvereine, tauschen Sie sich in ungezwungener Atmosph\u00e4re aus und profitieren Sie von den Erfahrungen anderer f\u00fcr Ihre Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Von anderen h\u00f6ren und lernen, Erlebtes teilen und eine gute Zeit gemeinsam verbringen \u2013 unser Stammtisch findet in der Regel an jedem ersten Donnerstag im Monat statt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Termin:<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Donnerstag, 06.07.2023, 18:00 \u2013 20:00 Uhr<br><strong>Ort: &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong>Achathotel Zum Schwan, Hauptstra\u00dfe 25, 55743 Idar-Oberstein<\/p>\n\n\n\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>H\u00e4tten Sie es gewusst?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Darf Pflegegeld gepf\u00e4ndet werden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nein, sagt der Bundesgerichtshof in seinem Beschluss vom 20.10.2022 (Az. IX ZB 12\/22). Das an die Pflegeperson weitergeleitete Pflegegeld ist unpf\u00e4ndbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Mutter pflegte ihren autistischen Sohn. Der Sohn bezog Pflegegeld, das er an seine Mutter weiterleitete.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mutter geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten und musste Insolvenz beantragen. Der Insolvenzverwalter wollte so viel Geld wie m\u00f6glich bei der Mutter pf\u00e4nden. Deshalb beantragte er, bei der Berechnung des pf\u00e4ndbaren Arbeitseinkommens das Arbeitseinkommen mit dem Pflegegeld zusammenzurechnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bundesgerichtshof gab ihm aber nicht recht. Die Voraussetzungen f\u00fcr eine Zusammenrechnung sind n\u00e4mlich nicht erf\u00fcllt, denn nach \u00a7&nbsp;851 Abs. 1 Zivilprozessordnung und \u00a7 399 B\u00fcrgerliches Gesetzbuch ist das an die Mutter weitergeleitete Pflegegeld unpf\u00e4ndbar, weil der Anspruch nicht \u00fcbertragbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Pflegegeld wird dem Pflegebed\u00fcrftigen gew\u00e4hrt, wenn er in seiner h\u00e4uslichen Umgebung oder im Haushalt einer Pflegeperson gepflegt wird, und soll die Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmung des Pflegebed\u00fcrftigen st\u00e4rken, der mit der Geldleistung seine Pflegehilfen selbst gestalten kann. Das Pflegegeld stellt seiner Konzeption nach kein Entgelt f\u00fcr die von der Pflegeperson erbrachten Pflegeleistungen dar. Es setzt vielmehr den Pflegebed\u00fcrftigen in den Stand, Angeh\u00f6rigen und sonstigen Pflegepersonen eine materielle Anerkennung f\u00fcr die mit gro\u00dfem Einsatz und Opferbereitschaft im h\u00e4uslichen Bereich sichergestellte Pflege zukommen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Pflegegeld bietet somit einen Anreiz zur Erhaltung der Pflegebereitschaft der Angeh\u00f6rigen, Freunde oder Nachbarn. Der Konzeption des Pflegegeldes liegt der Gedanke zugrunde, dass famili\u00e4re, nachbarschaftliche oder ehrenamtliche Pflege unentgeltlich erbracht wird. Das Pflegegeld erg\u00e4nzt sie nur. Es braucht der H\u00f6he nach nicht dem an professionelle Pflegekr\u00e4fte zu zahlenden Entgelt zu entsprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Zweck des Pflegegeldes k\u00f6nnte nicht erreicht werden, wenn das Pflegegeld zwar beim Pflegebed\u00fcrftigen unpf\u00e4ndbar bliebe, bei der Pflegeperson aber gepf\u00e4ndet werden k\u00f6nnte, weil es zum Arbeitseinkommen addiert werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber Lob freuen wir uns, Kritik nehmen wir ernst!<\/p>\n\n\n\n<p>AWO-Betreuungsverein f\u00fcr den Kreis Birkenfeld e.V.<\/p>\n\n\n\n<p>Hauptstra\u00dfe 531\u2013533<\/p>\n\n\n\n<p>55743 Idar-Oberstein<br><a href=\"mailto:betreuungsverein@awo-birkenfeld.de\">betreuungsverein@awo-birkenfeld.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Liebe ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer, vermutlich fast so schnell wie Sie mussten sich schon unsere Gerichte mit dem neuen Betreuungsrecht auseinandersetzen. 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